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Rezensionen zu: Roger Lenaers, In Gott leben ohne Gott


Mit seinem neuen Buch setzt der 86jährige belgische Jesuit und Priester im Grunde fort, was er in Der Traum des Königs Nebukadnezar angefangen hat: Eine Kirche, die sich gegenüber den Menschen nicht verständlich artikulieren kann, muss sich nicht wundern, wenn ihr die Gläubigen davonlaufen. Beeindruckt von Überlegungen zum religionslosen Christentum und zur Diesseitigkeit Gottes, besonders bei Dietrich Bonhoeffer und John A.T. Robinson, versucht er Ethik in einer Art „christlichem Atheismus“ neu zu formulieren. Er hätte auch noch gut Dorothee Sölle als Zeugin heranziehen können, wenn er sagt: „Sobald man sich für eine Erklärung auf ein außerweltliches Eingreifen berufen muss, bewegt man sich noch in einer vormodernen Weltanschauung“. Er nennt als Beispiele die jungfräuliche Geburt Jesu und den Opfertod Jesu am Kreuz. Daraus „folgt die zwingende Notwendigkeit, das überlieferte Bekenntnisgut auf seinen innerweltlichen Wirklichkeitswert zu prüfen, und wo es in dieser Hinsicht versagt, es in einer Sprache, die für den modernen Menschen offenbarend neu ist, neu zu formulieren“. [...]

Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A)
Dr. Reinhard Kirste

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