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Es ist auch in
unseren Breiten unübersehbar, dass die Kirchlichkeit der
Menschen stark schwindet. Dies empfinden Christen
schmerzlich und stehen diesem Phänomen meist ratlos
gegenüber. Lenaers, ein Jesuit, will diesem Verdunsten
der Gläubigen nicht tatenlos zusehen und versucht in
seinem Buch (19 Kapitel) den Ursachen nachzuspüren,
woher denn dieser Trend kommt. Seine Diagnose:
„Sprachprobleme!“ Das heißt, dass die Sprache der
christlichen Tradition in mittelalterlichen Denk- und
Redewendungen stecken geblieben ist und daher den
Menschen der Moderne nicht mehr erreicht. „Jede
Sprache“, so sagt er, „ist zeitgebunden und in einer
bestimmten Kulturphase entstanden und kann daher nicht
für alle Zeiten verständlich sein.“
Mit seinem
Buch wagt der Autor den Versuch, unsere Glaubenslehre
aus der Sprache des Mittelalters herauszuschälen und in
die Sprache der Modernität, also ins Heute zu
übertragen. Um den Überlegungen und Argumenten Lenaers
folgen zu können, ist es notwendig, zwischen Heteronomie
und Theonomie klar zu unterscheiden (2.Kapitel). Es ist
nicht leicht, das Qualitätsprodukt „Christlicher Glaube“
in einer zeitgemäßen Sprache anzubieten, die vom
heutigen Menschen verstanden wird, die ihn erreicht,
ergreift, trifft und bewegt, also in einer Sprache, die
ankommt und angenommen wird.
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Da es dafür
noch keine vorgespurten Wege der Darstellung gibt,
bemüht sich der Autor, die Wahrheiten des Glaubens von
überkommener, teils unverständlicher Rhetorik zu
befreien, von alten Vorstellungsbildern, die heute nicht
mehr greifen, zu lösen und in eine, dem heutigen
Menschen verständliche und zugängliche Sprache zu
gießen. Es ist eine Entdeckungsreise, auf die er sich
mit dem Leser begibt, weil neue Pfade beschritten werden
müssen. Der Verfasser lädt ein, sich mit ihm auf das
Abenteuer gläubigen Suchens einzulassen, denn nur so hat
eine „Neu-Evangelisierung“ eine Chance. All jene, die
mit der „Kirche und ihrer Verkündigung“ zufrieden sind,
bittet er, dieses Buch nicht zu lesen, denn sie könnten
beunruhigt werden.
Jenen aber,
die denken, dass es in der Kirche aufwärts und besser
weitergehen soll, rät er, nach dem Buch zu greifen.
Aufgeschlossenen Christen und all jenen, die in der
Verkündigung stehen, sollten sich diese Lektüre zur
persönlichen Bereicherung, Horizonterweiterung,
Standortbestimmung und mancher Klärung gönnen.
PaulLampl,
Katholischer Tiroler Lehrerverein
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