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Bellenbergs Bilderbogen
Es gibt
Wörter, die außer Gebrauch geraten, leider. ‘Heiter’ -
das ist so ein Wort. Erfunden wurde es - könnte man
meinen - für einen wie Hermann Bellenberg, Jahrgang
1913, im Erstleben Schuster.
Und jetzt?
Schriftsteller ist Bellenberg auf jeden Fall. Und
eigentlich ist er auch ein Lebenskünstler. „Wissen Sie,
im Krieg hat man ganz oft auf mich geschossen, aber
getroffen hat man mich nur dreimal“, erinnert sich
Bellenberg. In der Bellenbergschen Lebensgleichung wird
aus Tragödie plus Zeit Heiterkeit, aber einer wie
Bellenberg ist kein Scherzkeks flacher Prägung. Er ist -
wie soll man es sagen - ein Sondermodell der Sorte
Mensch, einer von denen, die man vorzeigen würde, wenn
nach Argumenten für die Gattung zu suchen wäre
Jetzt hat
Bellenberg nach „Hering und Schusterlehrling (2003) und
„Schaukelpferd tut dir nichts“ (2005) mit „... aber
Gaby, so doch nicht!“ sein drittes (!) Buch vorgelegt,
und er könnte locker zehn weitere nachlegen.
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Lebensstoff
gibt es reichlich. Ideen erst recht.
Viele der kleinen Geschichten aus Bellenbergs „Gaby“
spielen sich rund um die Klever Florastraße ab, die im
August ihr 50-jähriges Bestehen feiern wird und in
Bellenberg einen Chronisten gefundet hat, bei dem so
ziemlich alles im wahrsten Sinne des Wortes zu Buche
steht.
„Heitere
Kurzgeschichten und ein wenig mehr“ ist Bellenbergs
„Gaby“ untertitelt. Da ist das Wort, das Auskunft über
Inhalt und Einstellung gibt.
Einem wie
Bellenberg geht es nicht um die Lachsalve im
Vordergrund. Sein Witz hat Charme und Pointe, fußt auf
Erfahrung und Bildung, und eben das macht beide so
sympatisch: Witz und Autor. Einer wie Bellenberg ist
wichtig, gerade weil er sich nicht so wichtig nimmt.
Niederrhein Nachrichten
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